Leben in Israel
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kehrten die vier Teenager*innen nach Amsterdam zurück, um ein neues Leben zu beginnen. Alle waren in der zionistischen Jugendbewegung ‚She’ar Yashuv‘ aktiv und interessierten sich für die politische Entwicklung in Palästina. Die Erfahrung des Holocaust hatte ihren Wunsch gestärkt, dorthin auszuwandern. Die Gründung des Staates Israel im Mai 1948 eröffnete ihnen diese Möglichkeit, und sie emigrierten im Laufe der 1950er Jahre.
Wann wanderte Chanan nach Israel aus?
Chanan schloss 1950 sein Studium der Ingenieurwissenschaften ab und schloss sich der Besatzung eines Fischerboots als Mechaniker an. Das Boot segelte von den Niederlanden nach Israel, und nach einer dreiwöchigen Fahrt durch das Mittelmeer erreichte er das Kibbuz Palmachim.
© Privatbesitz der Familie Tal
So wanderte Chanan nach Israel aus. Das Abenteuer ging nach seiner Ankunft weiter, denn er arbeitete noch ein weiteres Jahr als Fischer auf dem Boot.
© Privatbesitz der Familie Tal
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Im Winter 1952 trat Chanan in die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (Israel Defense Forces, IDF) ein. Er diente in der technischen Abteilung der Luftwaffe und beendete seine Dienstzeit als Offizier.
© Privatbesitz der Familie Tal
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Nach Abschluss seines Militärdienstes ging er 1954 zurück in die Niederlande, um an der Universität Delft Maschinenbau zu studieren. Während dieser Zeit traf er Annelie wieder, und sie heirateten 1956 in den Niederlanden.
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Ihr erster Sohn, Elisha, wurde 1958 in den Niederlanden geboren.
Im Winter 1959 emigrierte die Familie mit No’omi, Ab und deren Kindern nach Israel. Die Entscheidung von Chanan and Annelie, sich in der Wüstenstadt Be’er Sheva niederzulassen, war in dem Wunsch begründet, die Entwicklung der Wüste Negev zu unterstützen.
© Privatbesitz der Familie Tal
Chanan und seine Familie fuhren regelmäßig nach Rehovot, wo No’omi und Ab mit ihren Kindern lebten. Dieses Foto von Chanan wurde während eines Besuchs im Sommer 1960 aufgenommen. Auf seinen Schultern sitzen No’omis Sohn Choni (links) und Chanans Sohn Elisha (rechts, mit Hut).
Aus dem Nachlass von Chanan Tal. Originalquelle unbekannt
Chanan arbeitete als Ingenieur in der aufstrebenden Chemieindustrie im Negev. Bis zu seiner Pension war er an der Entwicklung dieser wachsenden Branche beteiligt.
Die Familie bekam Zuwachs: 1960 wurde Sohn Micha geboren, 1965 Tochter Leora.
© Privatbesitz der Familie Tal
Dieses Foto wurde 1974 vor ihrem Haus in Be’er Sheva aufgenommen. Von links nach rechts: Elisha, Micha, Chanan, Leora und Annelie.
Über die Jahre widmete Chanan einen großen Teil seiner Zeit sozialen Aktivitäten.
Fast 50 Jahre lang unterstützte er ehrenamtlich die Einrichtung und Entwicklung von Kfar Rafael, einer Gemeinschaft für Heilung für Menschen mit besonderen Bedürfnissen.
Aus Sorge um sein schwindendes Gedächtnis reiste Chanan in den späten 1960ern noch einmal nach Bergen-Belsen, auf der Suche nach Beweisen, die seine Erinnerungen bestätigten. Doch auf seinem Weg durch das Lager fand er keine sichtbaren Spuren dessen, was dort einmal gewesen war. Dann trat er plötzlich auf eine Schuhsohle – ein stilles Zeugnis der damaligen Ereignisse.
© Gedenkstätte Bergen-Belsen, Nr. 9514
Chanan und No’omi besuchten 1992 den Ort in Ostdeutschland, an dem ihr Vater im April 1945 in einem Massengrab beerdigt worden war.
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In der Hoffnung, seinem Besuch etwas mehr Bedeutung zu verleihen, beschloss Chanan, die Geschichte der Familie Tal zu erforschen.
Allard Pierson Depot, Bibliotheca Rosenthaliana, Universität von Amsterdam, urheberrechtsfrei
Stadsarchief Amsterdam / Sammlung der Koninklijk Oudheidkundig Genootschap, Nr. KOG-AA-2-16-298, urheberrechtsfrei
Welchen Ursprung hat der Familienname, woher stammte die Familie und wann ist sie nach Amsterdam gekommen? Mit diesen Fragen beschäftigte er sich im Rahmen seiner umfassenden und ausführlichen Recherchen, die ihn ca. 300 Jahre zurück in das frühe 18. Jahrhundert führten. Dabei setzte er sich auch mit der Jüdischen Gemeinde in Amsterdam vor dem Holocaust und insbesondere mit der Geschichte der Jüdinnen und Juden im Allgemeinen und den persönlichen Erlebnissen seiner Familie im Holocaust auseinander. Er schrieb, veröffentlichte und übersetzte mehrere Bücher zu diesem Thema.
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Chanan hielt viele Vorträge über seine Erlebnisse im Holocaust, die er stets mit seiner wichtigsten Botschaft beendete.
Ich möchte noch etwas sagen. Was haben mich all diese Erlebnisse gelehrt? Wir, die wir Diskriminierung und Rassismus in ihrer extremsten Form erfahren haben, müssen die Menschenrechte schützen und andere Menschen respektieren, auch wenn sie uns fremd und sogar dann, wenn sie unsere Gegner sind. Weiter
Diskriminierung und Rassismus sollten keinen Platz in unserem Denken und Handeln haben.
Wir, die wir unter schwierigsten Bedingungen gelebt und echten Hunger erlitten haben, müssen den Unterschied zwischen den wichtigen und unwichtigen Dingen des Lebens kennen. Wir müssen vermeiden, uns zu sehr mit Banalitäten und Kleinigkeiten zu beschäftigen, einlenken, auch wenn uns etwas nicht wirklich gefällt, und uns vor allem auf die Dinge konzentrieren, die wirklich entscheidend sind.
© Privatbesitz der Familie Tal
Chanan blieb bis zu seinem Tod am 24. Januar 2021 aktiv. Er hinterlässt drei Kinder, zwölf Enkel*innen und 18 Urenkel*innen.
Wie kam Annelie nach Israel?
Nach Abschluss der Oberschule reiste Annelie gemeinsam mit ihrem Bruder Joost sechs Monate in die USA. Auf ihrer Rückreise im Sommer 1950 traf sie eine Gruppe amerikanischer jüdischer Pionier*innen, die nach Israel auswanderten, und beschloss, sich ihnen anzuschließen.
© Privatbesitz der Familie Tal
Nach ihrer Ankunft in Israel verbrachte Annelie neun Monate mit der Pionier*innengruppe im Kibbutz Geva. 1951 zog sie nach Haifa. Dort studierte eine Freundin, die auch den Holocaust überlebt hatte. Sie nahm dort an einem Kurs für Pflegekräfte teil.
Nach fast einem Jahr in Israel besuchte Annelie die Niederlande, hatte aber nicht die Kraft, allein nach Israel zurückzukehren. Die Konfrontation mit ihren schmerzhaften Erinnerungen, die tiefe Trauer über den Verlust ihrer Eltern und ihre ungewisse Zukunft belasteten sie sehr.
© Privatbesitz der Familie Tal
Sie machte eine Ausbildung zur Medizinisch-Technischen Laborassistentin und begann mit einer Therapie, um ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten.
Annelie und Chanan heirateten im Sommer 1956. Sie hatten sich in den Lagern und später in der Jugendbewegung getroffen. Durch ihre Erlebnisse aus dem Krieg verspürten sie eine tiefe innere Verbindung und hatten großes Verständnis füreinander.
© Privatbesitz der Familie Tal
1958 wurde ihr ältester Sohn Elisha geboren. Im Winter 1959 wanderten Chanan und Annelie nach Israel aus und ließen sich in Be’er Sheva nieder. Annelie arbeitete dort für den staatlichen Gesundheitsdienst und behandelte Mitglieder der Beduinen-Gemeinschaft, die in der Region lebten.
© Privatbesitz der Familie Tal
Das Bild zeigt eine Beduinenfamilie, traditionelle Hirtennomaden, vor ihrem Zelt, mit Mitarbeitenden des Gesundheitsdienstes sowie Annelie und Elisha in der Mitte.
Die Familie bekam Zuwachs, als zuerst Micha und dann Leora geboren wurden.
1966 zog die Familie Tal nach Den Haag in den Niederlanden, wo sie fünf Jahre lang lebte. Sie kehrten 1971 nach Israel zurück.
© Privatbesitz der Familie Tal
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© Privatbesitz der Familie Tal
Zurück in Israel arbeitete Annelie in einem Labor des Medizinisches Zentrums Soroka in Be’er Sheva. Dort untersuchte sie Chromosomen auf genetische Variationen.
© Privatbesitz der Familie Tal
Über die Jahre halfen ihr der Alltag und ihre immer größere Familie mit Kindern und Enkelkindern sowie viele Freund*innen dabei, den Schmerz der Vergangenheit zu ertragen.
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Annelie starb am 25. Dezember 2015 mit 85 Jahren.
Sie hinterlässt drei Kinder, zwölf Enkel*innen und 18 Urenkel*innen.
Warum wanderte Ab Ende der 1950er-Jahre nach Israel aus?
Ab wusste schon als Jugendlicher, dass er einmal in Israel leben wollte. Er machte seinen Schulabschluss in Amsterdam, studierte und gründete eine Familie. Als er 1958 seinen Doktor in Physik in der Tasche hatte, wurde ihm eine Stelle als Forscher in Israel angeboten.
© Privatbesitz der Familie Rinat
Im September 1945 kamen wir wieder in die Schule. Wir gingen alle drei - Marco, Sol und ich - auf eine allgemeine Oberschule. Weiter
Das frühere Gebäude unserer alten Oberschule war im „Hungerwinter“ von 1944/1945 abgerissen worden: Die Holzkonstruktion wurde als Feuerholz genutzt. Wir mussten in ein anderes Schulgebäude umziehen, wo wir in zwei Schichten – am Morgen und am Nachmittag – unterrichtet wurden. Sol und ich kamen entsprechend unserem Alter in die vierte Klasse. Natürlich hatten wir einen Rückstand aufzuholen, aber nicht in allen Fächern: Im Versteck hatten wir viel Mathematik geübt. In dieser Klasse traf ich zwei Menschen, die die besten Freunde meines Lebens wurden.
Bei den Treffen der direkt nach dem Krieg gegründeten Jugendbewegung ‚She’ar Yashuv‘ freundete ich mich mit vielen Teilnehmenden an, von denen die meisten später nach Israel auswanderten. Weiter
Zwei Jahre später schrieb ich mich für ein Studium der Mathematik und Physik ein. Die Entscheidung fiel mir nicht schwer. Etwa einen Monat nach Studienbeginn, am 29. November 1947, erfuhren wir vom Ende des Britischen Mandats und von der Annahme des Teilungsplans für Palästina. Damit erfüllt sich der zionistische Traum, den Mutter seit unserer Kindheit in uns genährt hatte. Allerdings wussten wir nicht, wann wir das neue Land erreichen würden. Wir waren zu beschäftigt mit Studieren und Leben.
© Privatbesitz der Familie Rinat
Am Tag der Krönung von Juliana zur neuen Königin der Niederlande saß ich neben No’omi auf dem Dach eines Gebäudes am Stadtrand von Amsterdam… um das Feuerwerk anzusehen… Es war Liebe auf den ersten Blick! Weiter
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Im Sommer 1944 hatte Mutter versprochen, uns eine Reise in die Schweiz zu bezahlen, wenn wir den Krieg gesund und unversehrt überlebten. Weiter
Trotz all dem Schmerz und Leid und den Strapazen hatten wir unseren Traum von einer Reise in die Schweiz noch nicht aufgegeben. Wir sparten Geld, das wir mit Nachhilfeunterricht verdienten, und Mutter gab uns etwas dazu. Sie sagte mit voller Überzeugung, „Los, macht euch auf den Weg!“ Sie wollte, dass wir als junge Menschen etwas erlebten. Sol und ich machten uns einen Monat lang auf eine abenteuerliche Reise, die sich wie ein ganzes Jahr anfühlte. Es war eine unglaubliche Befreiung nach den schrecklichen Erlebnissen, die hinter uns lagen. Wir hatten zwar keine Kamera, doch die Reise war so aufregend, dass wir uns bis heute an jede Einzelheit erinnern.
Voller Enthusiasmus kehrten wir in die Schule zurück. Außerdem arbeiteten wir auf Wunsch von Vaters Schwager und Partner, Onkel Moishe, ein Jahr lang in der Rynco-Fabrik.
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No’omi und ich heirateten 1952. Unser ältester Sohn Amos wurde später im selben Jahr geboren. Weiter
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„Als Amos dreieinhalb Jahre alt war, wurde sein Bruder Elyakim geboren. Zwei Jahre später folgte ein weiterer Bruder, Choni.“
In der Zwischenzeit wurde mir eine Stelle am Weizmann-Institut für Wissenschaften angeboten, genau das, was ich mir gewünscht hatte. Im Februar 1959 machten wir Alijah. Weiter
Gemeinsam mit Chanan und Annelie und ihrem kleinen Sohn begaben wir uns auf unsere wochenlange Reise mit Zug und Schiff nach Israel.
Wir ließen uns in Rehovot nieder, wo wir noch heute leben.
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„Ich arbeitete vollkommen selbstständig in dem Fachgebiet, das ich erforschen wollte, und hielt auch Vorlesungen.“
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Im Sommer 1963 wurde unsere kleine Prinzessin Ariella geboren. Als sie ein Jahr alt war, gingen wir für ein Sabbatjahr an das MIT (Massachusetts Institute of Technology) in Boston. Weiter
Dort traf ich interessante Menschen. Doch es war eine große Herausforderung, mich mit den Fragestellungen auseinanderzusetzen, die sie behandelten. Nach unserer Rückkehr nach Israel widmete ich mich wieder der Forschung, die ein ständiger Prozess von Versuch und Irrtum ist.
Im Februar 1966 wurde unsere zweite Tochter Dalit geboren, eine weitere kleine Schwester.
Natürlich war ich sehr glücklich über den glänzenden Sieg Israels im Sechstagekrieg. Doch ich war sehr enttäuscht, dass unsere Staatsführung nicht in der Lage war, diesen Sieg in ein Abkommen zu verwandeln.
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Über die Jahre blieben wir in Kontakt mit Jo van der Helm und nutzten unsere Reisen in die Niederlande, um sie zu besuchen. Weiter
„Die Kinder sind erwachsen geworden und haben selbst Familien gegründet. Sie kümmern sich sehr gut uns ums und haben ein enges Verhältnis zu uns und untereinander.“
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„Die Kinder sind erwachsen geworden und haben selbst Familien gegründet. Sie kümmern sich sehr gut uns ums und haben ein enges Verhältnis zu uns und untereinander.“
Ab starb am 21. September 2025 mit 96 Jahren.
Warum hatte No’omi den Traum, nach Israel auszuwandern?
No’omi wünschte sich, nach dem Holocaust ein neues Leben zu beginnen und eine bessere Gesellschaft aufzubauen. In der zionistischen Jugendbewegung ‚She’ar Yashuv‘ fand sie Gleichgesinnte. Nachdem sie in den Niederlanden eine Familie gegründet hatte, wanderte sie 1959 nach Israel aus.
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Im September 1945 ging ich wieder in die Schule, eine Montessori-Schule, wo ich in meiner eigenen Geschwindigkeit lernen und meinen Rückstand wieder aufholen konnte. Weiter
Nach einem Jahr kam ich auf die Oberschule. Der Unterricht gefiel mir, doch sozial fühlte ich mich ausgeschlossen. Ich hatte eine Freundin, ein jüdisches Mädchen.
In der Jugendbewegung „She’ar Yashuv“ ging es mir viel besser. Die Mitglieder dort hatten einen ähnlichen Hintergrund und ähnliche Träume wie ich.
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Ab und ich trafen uns 1948 und heirateten 1952. Weiter
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„Im selben Jahr, 1952, wurde unser ältester Sohn Amos geboren. In den Jahren 1956 und 1958 folgten zwei weitere Söhne: Elyakim and Choni. Unsere beiden Töchter Ariella and Dalit wurden 1963 und 1966 geboren, nach unserer Auswanderung nach Israel.“
In Bergen-Belsen sah ich, was extreme Erfahrungen mit Menschen machen. Weiter
Wie schwerer Hunger jede moralische Urteilskraft zunichte macht. Mir wurde klar, dass man einen Menschen zunächst verstehen muss, bevor man ihn für sein Handeln verurteilen kann.
Dies führte zu meiner Entscheidung, Psychologie zu studieren. Das Studium dauerte sehr lange. Weiter
Mein Stundenplan wurde von Abs Studium und Arbeit bestimmt. Und von den Kindern und unserer Auswanderung nach Israel. Also habe ich nur in der freien Zeit studiert, die mir noch blieb – am Morgen, wenn die Kinder im Kindergarten und in der Schule waren, und am Abend, wenn sie im Bett waren.
In Amsterdam belegte ich ein Bachelor-Studium. Dann wanderten wir nach Israel aus, als Ab eine Stelle am Fachbereich für Physik des Weizmann-Instituts in Rehovot angeboten wurde. Nachdem ich mich ein Jahr lang eingelebt hatte, schrieb ich mich an der Universität von Tel Aviv ein.
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„Ich absolvierte meine letzte Masterprüfung am Tag, an dem Amos sein Abitur in der Tasche hatte! Ich begann mit meiner Arbeit als Psychologin am Tag von Dalits Einschulung!“
Ich arbeitete in einem Hort für Kinder mit Autismus und in einer Jugendklinik. Weiter
Die persönlichen Treffen mit den Kindern fanden immer in enger Zusammenarbeit mit den Eltern statt… Die Arbeit machte mir große Freude, auch wenn es mich frustrierte, wie wenig ich bei schwerwiegenden Problemen erreichen konnte. Ich konnte keine Wunder bewirken …
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Mit unserer Auswanderung nach Israel ging für mich ein Traum in Erfüllung. Ein naiver Traum davon, dass nun ‚alles vorüber sein‘ und es einen Neuanfang geben, dass von nun an alles in Ordnung sein würde… Weiter
Nach allem, was wir durchgemacht hatten, und obwohl ich noch nie in Israel gewesen war und fast nichts über das Land wusste... Es fühlte sich für mich an, als würde ich nach Hause kommen… an einen Ort, an dem ich sein wollte.
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Transkription
Ohne Demokratie keine Akademie (hinteres Plakat)
Seit Jahrzehnten engagieren sich die Familien Tal und Rinat in der Friedensbewegung in Israel und setzen sich für die Versöhnung mit den Palästinenser*innen ein. Eine demokratische Gesellschaft ist ihnen ein wichtiges Anliegen.
Der Satz „Es ist gut, für unser Land zu protestieren“ greift einen anderen, in Israel sehr bekannten Satz auf: „Es ist gut, für unser Land zu sterben.“
Mit dem Plakat „Ohne Demokratie keine Akademie“ ist gemeint, dass Hochschulen nur in einer demokratischen Gesellschaft freie und gute Lehre und Forschung betreiben können.
Das trifft auch heute noch zu. Israel ist der Ort, an dem ich leben will. Daran hat sich nichts geändert. Doch es ist auch ein sehr komplizierter, sehr problematischer Ort, der unsere Werte auf den Prüfstand stellt. Weiter
Da ist die Notwendigkeit, uns zu schützen und für unsere Recht einzutreten. Doch es ist auch unsere Pflicht, die Rechte anderer zu achten und zu schützen. Dieses Anliegen hat mich über die Jahre sehr auf Trab gehalten und beschäftigt mich noch immer, Tag für Tag. Das hört auch als Rentnerin nicht auf.
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Ich genieße meine freie Zeit, verbringe Zeit mit meinen Kindern und Enkelkindern, lese, arbeite an Skulpturen und zeichne – das wollte ich schon immer, und es bereitet mir große Freude.
© Privatbesitz der Familien Tal und Rinat
„Mit Ausnahme von Elyakim, der in Kalifornien lebt und uns oft besucht, leben alle unsere Kinder in Israel. Sie kümmern sich alle sehr gut um uns, und wir genießen es sehr, Zeit mit ihnen und unseren Enkel*innen und Urenkel*innen zu verbringen!“